„Sportvereine sind eine kleine, aber wichtige Zelle in unserer Gesellschaft“

Kreissportbund Bautzen zieht beim Pressefrühstück eine positive Bilanz

Auf seiner jährlichen Pressekonferenz blickte der Kreissportbund Bautzen auf ein bewegtes Jahr 2018 zurück. Im Turmzimmer der alten Post in Bautzen bot sich dazu passenderweise die beste Perspektive. Der besondere Höhepunkt im 10jährigen Festjahr des Dachverbandes war zweifellos der Deutsche Sportabzeichentag im August des vergangenen Jahres auf der Bautzener Müllerwiese. Damit inbegriffen stellte sich ein neuer Rekord ein: Insgesamt über 4.500 Sportabzeichen wurden im Landkreis Bautzen abgelegt. Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg ebenfalls. 46.900 Menschen sind im organisierten Sport aktiv. „Sportvereine sind eine kleine, aber wichtige Zelle in unserer Gesellschaft“, weiß Dietmar Stange die Wichtigkeit des organisierten Sports einzuschätzen. Als Vizepräsident des Kreissportbundes erinnert er daran, die vielen positiven Effekte des Sporttreibens und die Aufgabe für ein funktionierendes soziales Umfeld zu beachten. Neue Themen wie Integration und Inklusion sind verstärkt im vergangenen Jahr auf die Arbeit des Kreissportbundes zugekommen. „Wir können stolz auf unsere Vereine sein. Sport für Demokratiebildung kann einer Spaltung der Gesellschaft aktiv entgegenwirken“. Stange blickt dabei insbesondere auf die jüngsten medialen Ereignisse und ruft auf, den Sportverein als besonderen Ort für Zusammenhalt aufzusuchen.
Landkreis Bautzen größter „Sponsor“ des organisierten Sports
Als Gast am Montagvormittag war auch der Erste Beigeordnete des Landrates, Udo Witschas, anwesend. Stellvertretend für den Landkreis Bautzen verdeutlichte er die besondere Rolle des Sports auch innerhalb des Kreistages und seiner Behörde. „Mit 550.000 Euro pro Jahr sind wir im Landesvergleich Spitzenreiter der Sportförderung. Diese Unterstützung soll auch in den nächsten Jahren ausgebaut werden.“, ordnet er ein. Er sieht den Kreissportbund auf einem guten Weg und bedankte sich bei den zahlreichen haupt- und ehrenamtlich tätigen Aktiven.
Große Lücke bei den 27 bis 40-Jährigen
Mit Blick auf die sportliche Demografie fällt auf, dass unter den knapp 47.000 Sportlerinnen und Sportlern der erneut größte Teil aus dem Bereich Kinder- und Jugendsport kommt. Über ein Drittel macht diese sportliche Gruppe aus. Bemerkenswert negativ hingegen fällt die Statistik der Personen im Alter von 27 bis unter 50 Jahren aus. Über 250 Aktive verlor der organisierte Sport im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Im besagten Altersspektrum des Kinder- und Jugendbereich wurde die gleiche Zahl erzielt – allerdings als Zuwachs. Über die Ursachen dieses Phänomens kann auch der Dachverband des regionalen Sports nur mutmaßen. Herausforderungen im Job, Familie und vielschichtige andere Verpflichtungen lassen erahnen, wie diese Lücke zustande kommt.
Positiv, aber auch ausbaufähig, ist die Tatsache, dass jeder Sechste im Landkreis Bautzen Sport treibt. Die attraktivsten Sportarten sind dabei immer noch der Fußball mit über 11.000 Aktiven. Auf Platz zwei stehen die allgemeinen Sportgruppen gefolgt vom Tanzsport. Mit Blick auf das 2015 beschlossene Leitbild des Kreissportbundes Bautzen gilt festzustellen, dass 3.500 Menschen mehr sportlich aktiv in einem Verein sind. Mit dieser Entwicklung liegt der Verband im Soll seiner eigenen Agenda.
Stärkung des Ehrenamts als Herausforderung
Zeit ist das kostbarste Gut des Ehrenamtes. Damit die zahlreichen Ehrenamtlichen gut für die Zukunft ihres Vereins gewappnet sind, bietet der Kreissportbund in diesem Jahr vielfältige Veranstaltungen an. So wird es eine Ausbildung zum Ehrenamtskoordinator und auch Schulungen zur Engagementförderung geben. Das Zertifikat „Ehrenamtsfreundlicher Sportverein“ soll ebenso verliehen werden, wie die vielen Auszeichnungen für verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger im organsierten Sport.
„Die Vereinslandschaft im gesellschaftlichen Wandel: Zukunft der Sportvereine“. So lautet der Titel eines Vortrages von Professor Braun der Humboldt Universität Berlin. Er wird am 15. Mai beim Kreissporttag über neue Herausforderungen im Vereinswesen impulsgebend referieren. Künftig soll in Bautzen, wo die Geschäftsstelle des Kreissportbundes ihren Sitz hat, der Bildungsstandort Ostsachsen im Bereich des organisierten Sports aufgebaut werden. Funktionäre und Übungsleiter sollen hier in örtlicher Nähe die Möglichkeit haben, sich z.B. zum Vereinsmanager weiterbilden zu lassen.
Zum Abschluss des Pressegesprächs in der alten Post wies Dietmar Stange noch einmal auf das Deutsche Sportabzeichen hin. „Jeder kann dieses Ablegen, vom Kind bis zum Greis. Ich selbst habe es auch im letzten Jahr geschafft und kann dazu nur ermutigen.“ Die Sportabzeichen-Tournee macht dieses Jahr in sechs Sportstätten im Landkreis Bautzen halt. Eine gute Möglichkeit, sich und seine Sportlichkeit zu testen.

Text: KSB Bautzen/ Peter Stange
Foto: Peter Stange