Fair Play – Sport zeigt Haltung
Bild v.l.: Sven Matschke, Merlin Däbler, Lars Bauer und Harald Skopi (alle Kreissportbund), Gojko Sinde (WFV) und Mario Beuttenmüller (PD Görlitz)
Dem organisierten Sport als größte Bürgerbewegung des Landkreises Bautzen kommt eine besondere Rolle in der Begleitung gesellschaftlicher Fragen zu.
Fast täglich begegnen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den über 360 Sportvereinen des Kreises um zu trainieren, Wettkämpfe zu bestreiten oder das Vereinsleben zu genießen. Werte wie Fair Play, Respekt und Toleranz sind dabei der gemeinsame Nenner, der sich auch in vielen Vereinssatzungen und Vereinsheimen wiederfindet. In Zeiten polarisierender Meinungen kommt dem Sportverein jedoch diese besondere Rolle als Ort des Austauschs und der Begegnung herausfordernd hinzu. Beschimpfungen, Beleidigungen, rassistische Äußerungen oder Diskriminierungen machen auch um die hiesigen Sportstätten keinen Bogen. Der Kreissportbund Bautzen widmet sich seit dem Sommer dieser Aufgabe mit dem Projekt „Fair Play – Sport zeigt Haltung“, unterstützt durch die Deutsche Sportjugend (DSJ) und das Bundeskanzleramt. In mehreren Projektbausteinen sollen unterschiedlichen Maßnahmen angeboten werden. Darunter sind die regionalen Vereinsstammtische im Landkreis Bautzen, um mit den Vereinen ins Gespräch zu kommen, Fallbeispiele zu besprechen und Lösungen zu suchen. Die Termine vor Ort werden ergänzt durch ein begleitendes Fortbildungsangebot sowie der Öffentlichkeitsarbeit des Dachverbandes. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auch auf die Anfeindungen im Sorbischen gelegt.
Beim gemeinsamen Arbeitstermin am vergangenen Dienstag kamen Vereinsberater des Kreissportbundes sowie mit Gojko Sinde (Geschäftsführer des Westlausitzer Fußballverbandes) und Mario Beuttenmüller (Polizeidirektion Görlitz) zwei fachkundige Experten hinzu, um Erfahrungen auszutauschen. Extremismus im organisierten Sport darf kein Bagatelldelikt sein, sondern ihm muss aktiv durch alle dem Sport verbundenen Menschen entgegengewirkt werden. Ziel des DSJ-Projektes ist es, bis Oktober 2026 Maßnahmen umzusetzen und entsprechend zu evaluieren.
Zugleich ruft der Kreissportbund Bautzen seine Vereine aktiv auf, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Möglich wird dies einerseits durch Teilnahme an den unterschiedlichen Präsenz- oder Onlineterminen aber auch durch Übermittlung von Fallbeispielen sowie daraus folgenden Lösungsansätzen. Der Austausch soll dabei auf Augenhöhe erfolgen und die Vereine ermutigen, Diskriminierungen jedweder Art entschieden zu bekämpfen.
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